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Linnea



Wikingerzeitliche Kunststile
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Diese Kunststile kann man bei Wikipedia einsehen. Dort werden sie ausschlägig erklärt:



http://de.wikipedia.org/wiki/Oseberg-Stil Ende 8. Jh. – Mitte 9. Jh.
http://de.wikipedia.org/wiki/Borrestil Mitte 9. Jh. – Mitte 10. Jh.
http://de.wikipedia.org/wiki/Jelling-Stil Anfang 10. Jh. – ca. 975
http://de.wikipedia.org/wiki/Mammen-Stil Mitte 10. Jh. – Anfang 11. Jh.
http://de.wikipedia.org/wiki/Ringerike-Stil Anfang 11. Jh. – zweite Hälfte 11. Jh.

http://de.wikipedia.org/wiki/Germanischer_Tierstil

Många kära hälsningar

Sigurd



RE: Wikingerzeitliche Kunststile
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Quelle z.T. Wikipedia

Vor der Zeit als der Überfall auf Lindisfarne die (nordischen) Wikinger in das Bild der Geschichte rückte war die sogennante Vendelzeit – ich gehe jetzt mal nicht davon aus das die Nordleute eine Flaschenpost gefunden haben mit der Werbung : http://www.lindisfarne.org.uk/
Ich habe hier extra nordische Wikinger geschrieben , da es noch andere Völker gab die der Seeräuberei und dem Überfall von zunächst Küstennahen Ansiedlungen frönten- z.B. die Ranen auf Rügen oder auch Baltische Stämme.
Benannt wurde dieser Stil nach dem weltberühmten Osebergschiff das 1904 in der Erde eines
Norwegischen Grabhügels. Wie schon angedeutet durch den Fundplatz handelte es sich hier um ein Schiffsgrab einer sehr hoch gestellten Persönlichkeit . In einer Grabkammer hinter dem Mast des Schiffes waren zwei Frauen von denen eine bei ihrem Tod etwa 60-70 Jahre und die andere 25-30 Jahre alt waren. Zu den Grabbeigaben zählten unter anderem importierte Seiden aus dem östlichen Mittelmeerraum und Textilarbeiten beigesetzt worden. Dieser Grabfund ist der reichste und wichtigste aus der Wikingerzeit..

Es fanden sich keine Edelmetalle. Dennoch war die Ausbeute an Gegenständen des täglichen Gebrauchs und an Schmuck- und Kunstwerken, die 1904-1905 zutage kam, ungemein reichhaltig. Dazu gehörten vier reich verzierte Schlitten, ein vierrädriger Wagen mit kunstvollen Schnitzereien (der bisher einzige Fund eines Wagens aus der Wikingerzeit), Bettenpfosten und hölzerne Truhen, sowie Landwirtschafts- und Haushaltsgeräte. Unter den Textilienfunden waren wollene Kleidung, Seide und schmale Bildteppiche. Die Tatsache, dass z. B. das Bett zertrümmert war, spricht gegen einen Grabraub, in dessen Zusammenhang eine Zerstörung sinnlos wäre. Eine Theorie geht davon aus, dass die Zerstörung sich gegen die Bewohnbarkeit des Grabhügels durch den Toten als Widergänger richtete.

Der Oseberg – Kunstil tritt an hölzernen und metallenen Gebrauchsgegenständen und Schmuckstücken aus dieser Zeit auf.

In der zweiten Hälfte des 5. Jahrhunderts entstand im westlichen Skandinavien aus Einflüssen der spätantiken römischen Kunst, keltischen Motiven und Motiven der asiatischen Steppenvölker (Skythen, Sarmaten) der Germanische Tierstil. Er ist gekennzeichnet durch stilisierte Tierfiguren, deren Proportionen und Anatomie im Laufe der Zeit vollends der Ornamentik untergeordnet werden. Gegen Ende des 7. Jahrhunderts entwickelte sich die letzte Stufe dieser Tierstile, bezeichnet als Tierstil III oder Vendel E (nach einem großen Bootsgräberfeld in Uppland, Schweden). Im Tierstil III sind die ursprünglichen Tierformen mit Rankenwerk aus irischen und angelsächsischen Einflüssen angereichert und in kurvenreich ineinander verschlungene Muster aufgelöst. Dieser Stil stellt das Endprodukt aus den seit Jahrhunderten verwendeten Motiven dar.
Der entscheidende Impuls zur Entwicklung des Osebergstiles ist die Einführung des so genannten Greiftieres, einem nicht näher zu bestimmenden tierartigen Wesens, dessen Formen fließend an die jeweiligen Erfordernisse angepasst wurden. Die Herkunft des Greiftieres ist vielleicht in Löwendarstellungen der karolingischen und angelsächsischen Kunst zu suchen deren Kenntnis sich vom fränkischen Reich aus nach Nordeuropa ausbreitete. Andere Autoren vermuten eichhornartige Tiere, wie sie in englischen Buchmalereien vorkommen, als Vorlage
Die Kunststile der Wikingerzeit sind Ornamentstile, die sich aus drei Motivbereichen zusammensetzen :
• Figuren, also Menschen- und Tierdarstellungen (zu denen das Greiftier gehört)
• Pflanzendarstellungen (Ranken, Blätter)
• geometrische Figuren (Kreise, Dreiecke, Spiralen).
Der Oseberg-Stil besteht vor allem aus mehr oder weniger stilisierten Tierdarstellungen, wie sie aus dem vorhergehenden Tierstil III bekannt sind, die jedoch durch das Greiftier ergänzt werden. Teilweise sind die Tierfiguren zu langen bandförmigen, ineinander verschlungenen Figuren auseinandergezogen. Mit dem im Oseberg-Stil erstmalig auftretenden Greiftier schufen die wikingischen Kunsthandwerker eine Figur, deren Körperpartien man so anordnen konnte, dass sie jede denkbare Form harmonisch ausfüllten.
Die Verwendung des Greiftieres nimmt im Laufe der Entwicklung zu und verdrängt zum Teil andere Motive. Der Name Greiftier leitet sich von der typischen Darstellungsweise ab, bei der die Tatzen des meist kompakt dargestellten Greiftieres entweder in umgebende Elemente der Verzierungen greifen oder sich daran festkrallen. Das Motiv des Greiftieres tritt auf bronzevergoldeten Beschlägen eines Zaumzeuges auf, das in einem Männergrab in Broa auf Gotland gefunden wurde. Auch auf Teilen der Funde aus dem Oseberg-Schiff findet man das Greiftier. Hier wurde es - im Gegensatz zum Fund aus Broa, wo es sparsam neben den älteren Formen des Tierstils eingesetzt wurde - teilweise als vorherrschendes Motiv verwendet. Besonders auf einigen der fünf jeweils in einen geschnitzten Tierkopf auslaufenden Pfosten, die zum Oseberg-Fund gehören, wurde das Greiftier gehäuft benutzt. Diese Pfosten, deren ursprünglicher Zweck heute unbekannt ist, sind das Werk dreier Holzschnitzer. Der Älteste von ihnen - um 800 - ist noch ganz dem alten Tierstil III verhaftet. Wegen der nahezu perfekten Sicherheit, mit der er den Tierstil beherrscht, wird er als "Der Akademiker"

bezeichnet. Der Mittlere ("Der Karolinger" benutzt schon das Greiftiermotiv. Die Schnitzwerke des Jüngsten, wegen seiner überquellenden Formen "Der Barockmeister" genannt, bestehen fast ausschließlich aus kunstvoll ineinander greifenden Motiven des neuen Stils. Er war etwa um 850 tätig und beherrschte ihn perfekt.
Der Oseberg-Stil ist durch die gemeinsame Benutzung der bisherigen Formen des Tierstils mit dem neuen charakteristischen Greiftiermotiv gekennzeichnet. Auf den Funden aus der Broa-Werkstatt finden sich drei Motivgruppen. In den stark stilisierten bandförmigen Tiermotiven mit ihren rankenartigen Auswüchsen finden sich Tierstilwurzeln. Als zweites Element sind halbnaturalistische Vögel und Tiere zu sehen, wie sie auch von fränkischen Manuskripten und Beschlägen bekannt sind. Das hier neu als dritter Hauptbestandteil auftretende Greiftier ist auch in späteren Stilrichtungen der wikingerzeitlichen Kunst eines der prägendsten Elemente geblieben. Die ersten beiden der genannten Motivgruppen werden immer im Profil dargestellt. Die Darstellung der Greiftiere hingegen erfolgt en face.

Auf den Funden aus Broa sind die drei Motivgruppen gleichberechtigt nebeneinander benutzt worden. Die Werke des Barockmeisters von Oseberg hingegen beschränken sich fast ausschließlich auf die Benutzung des Greiftieres. Im Oseberg-Stil ist das Greiftier noch kompakt mit kurzem Körper und gedrungenen Gliedmaßen. Große Tatzen greifen, oftmals knotenartig verschlungen, in die benachbarten Elemente der Muster, das nächste Greiftier oder den eigenen Körper. Dabei kann es wie bei den Pfosten des Barockmeisters von Oseberg in flächendeckenden Mustern auftreten. Das Relief ist sehr plastisch und weist mehrere Ebenen auf. Dadurch sind im Gegensatz zu Schnitzereien im traditionellen Tierstil völlig neue Licht- und Schattenwirkungen möglich. Typisch für die Greiftiere beim Osebergstil sind - wie bei allen frühen Wikingerstilen - im Gegensatz zum restlichen Körper kleine Köpfe und Tatzen.

Teilweise wird in der Literatur vom eigentlichen Oseberg-Stil noch der Berdal-Stil unterschieden, benannt nach einem Fundort in Norwegen. Der Berdal-Stil "zeichnet sich durch beinahe karikatureske Darstellungen von Tieren mit überproportionalen Köpfen und segmentierten Körpern aus". Dabei ist vor allem die Kopfpartie stark vergrößert. Das Greiftier wird meist halb plastisch und von vorne dargestellt. Der Berdal-Stil wird von ca. 800 bis 850 eingeordnet.

Der Nachfolger dieses Stiles ist der sogenannte Borrestil.
Der Borrestil (oder Greiftierstil) ist eine vom 9. bis 10. Jahrhundert entstandene Stilphase der frühmittelalterlichen Kunst. Benannt ist sie nach der Ortschaft Borre in der norwegischen Kommune Horten. Kennzeichnend für den Stil sind Tier- und Knotenornamente. Ihm folgt der Jellingestil.

Hier zu sehen : http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Haith...l_Borrestil.JPG

Typisch hierfür sind die häufig vorkommende Verknüpfung von Tiergestalten mit Flechtbandornamenten, sowie Tierköpfe in Dreiecksform sowie rundliche Darstellung von Einzelmotiven und Kettenmustern.

Der wiederum nachfolgende Kunststil ist der sogennante Jellingstil ,
benannt nach einem Königsgrab von Jelling / Dänemark
in der Literatur Erwähnung findet vor allem ein in einem Königsgrab aus dem N-Hügel von Jelling geborgener, mit Ornamenten verzierter Silberbecher. Besonders bekannt sind auch zwei mit Bandverzierungen versehene Runensteine aus Jelling, die zwischen zwei Hügeln neben einer romanischen Kirche aufgestellt sind. Einer der beiden Steine ist dreiseitig bearbeitet und wurde laut Inschrift zwischen 965 und 985 von König Harald Blauzahn für seinen Vater, König Gorm, und seine Mutter Thyra als Denkmal aufgestellt. Auf einer Seite ist Christus wiedergegeben (die älteste Christusdarstellung des Nordens) und auf einem Segment ein löwenähnliches Tier mit Nackenschopf, das mit einer Schlange kämpft und von dieser umwunden wird. Die Darstellung ähnelt den so genannten großen Tieren, die auf Steinkreuzen aus dem nordenglischen Raum zu finden sind.

Die Entstehung dieses Stils könnte durch vorwikingische Einflüsse, sowie durch den Einfluß der Britischen Inseln zustande gekommen sein. Der Jellingestil zeichnet sich besonders durch seine langen S-förmig geschwungenen Tierleiber aus, die nicht mehr als Greiftiere dargestellt sind. Die Darstellung der Köpfe ist nun in Seitenansicht übergewechselt.
Der Jellingestil erreichte seine Hauptblütezeit in der Mitte des 10. Jh.

Der nachfolgende Stil , der sogenannte Mammenstil ist ein wikingerzeitlicher Kunststil in Skandinavien. Sein Verbreitungszeitraum reicht von der Mitte des 10. bis zum Anfang des 11. Jahrhunderts. Benannt ist er nach dem Axtfund aus einem Kammergrab von Mammen in Jütland. Er tritt an metallenen prunkvollen Gebrauchsgegenständen, Schmuckstücken, Schnitzarbeiten aus Horn sowie Bildsteinen aus dieser Zeit auf.
Der Mammen-Stil entstand in der Mitte des 10. Jahrhunderts durch langsame Veränderung der Formen des vorhergehenden Jelling-Stils. Waren die im Jelling-Stil verwendeten Tierfiguren dadurch charakterisiert, dass sie lang, schmal und bänderartig gestaltet wurden, so wuchsen sie im Laufe der Zeit mehr in die Breite und bekamen im Mammen-Stil stattlichere Körper. Die Proportionen verringerten ihren Abstraktionsgrad und wurden etwas naturalistischer. Die aus dem Jelling-Stil bekannten Hüftspiralen wurden größer. Als weiteres wichtiges Element wurde nun im Gegensatz zu den früheren wikingerzeitlichen Stilrichtungen mehr Wert auf florale Bestandteile gelegt. Anregungen dazu kamen vermutlich aus dem fränkischen und angelsächsischen Raum. In Westeuropa wurden seit dem 9. Jh. in Buchmalerei und Metallkunst Blattmuster verwendet, vor allem Weinreben und Akanthusblätter. Im Mammen-Stil wurden diese Einflüsse aufgenommen und weiterverarbeitet. Der Mammen-Stil näherte sich so in Motiven und Formensprache der gleichzeitigen englischen und deutschen Kunst an.

Der Mammen-Stil legt im Gegensatz zu vorhergehenden Stilen nicht mehr nur vor allem Wert auf Figuren. Erstmals tauchen im Mammen-Stil auch Pflanzenmuster auf. Dazu werden Akanthus- und Weinranken aus westeuropäischen Vorbildern in die Formensprache der skandinavischen Künstler aufgenommen und umgearbeitet. In früheren wikingerzeitlichen Stilen werden die Elemente der Ornamente oftmals zu symmetrisch angeordneten Gruppen zusammengestellt. So zum Beispiel oft auf Rundfibeln, die im Borre-Stil aus gleichen Ornament-Dritteln oder -Vierteln bestehen und somit um ein Zentrum angelegt sind. Im Jelling-Stil, dem unmittelbaren Vorgänger, sind die langen, bandförmigen Figuren häufig symmetrisch um eine Mittelachse angeordnet. Der Mammen-Stil hingegen legt keinen besonderen Wert mehr auf Symmetrie.Als zweites Merkmal wird die Darstellung auf die zur Verfügung stehende Fläche des Gegenstandes ausgeweitet, ohne dass dabei mit Verdoppelung, Spiegelung oder sonstiger Füllung durch weitere Nebenmotive gearbeitet wird. Somit stehen im Mammen-Stil die Motive oft einzeln und füllen die zur Verfügung stehende Fläche ohne weitere Hilfsmotive. Drittens werden im Mammen-Stil auch deutlich asymmetrische Linienführungen bei gewundenen rankenartigen Auswüchsen verwendet. Dieses Merkmal entspringt aus der Notwendigkeit, auch ohne Hilfsmotive den zur Verfügung stehenden Raum auf harmonische Weise zur Gänze auszufüllen. Die kompakteren Tierkörper des Mammen-Stils weisen eine größere Fläche auf, die durch verschiedene Muster gefüllt wird. Entweder werden dafür Punkte verwendet oder es wird eine Billetierung vorgenommen. Analog zu den größeren Tierkörpern werden die schon im Jelling-Stil verwendeten spiralförmigen Hüftgelenke größer. Die Hauptumrisse der Figuren werden oft mit einer innen liegenden zweiten Linie hervorgehoben. Der Kopf wird wie schon im Jelling-Stil weiterhin im Profil dargestellt, an Stirn und Nacken tritt häufig ein Schopf auf.
Der Mammen-Stil wird manchmal als besonders vornehmer Stil angesehen, da er nicht auf Erzeugnissen der Massenproduktion auftritt, sondern überwiegend auf Einzelstücken aus kostbarem Material wie Silber oder Walross-Elfenbein. Möglicherweise liegt diese Einschätzung an den Fundumständen: Aus der späten Wikingerzeit sind nur noch wenige Gräber mit Schmuckbeigaben bekannt und die Funde können deshalb nur schwer verallgemeinert werden

Ringerikstil

Der Ringerike-Stil (auch: Runenstein-Stil) ist ein wikingerzeitlicher Kunststil in Skandinavien. Sein Verbreitungszeitraum reicht vom Anfang bis zur zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts. Benannt ist er nach der norwegischen Landschaft Ringerike oder genauer nach dem Ringerikesandstein aus dem viele Runensteine in dieser Stilart bestehen. Er tritt an metallenen und hölzernen Schnitzarbeiten, Schmuckstücken und Waffen sowie Runensteinen aus dieser Zeit auf. Gegen Anfang des 11. Jahrhunderts entstand aus dem Mammen-Stil durch Weiterentwicklung bestimmter Merkmale der Ringerike-Stil. Die Einflüsse der ottonischen und angelsächsischen Buchmalerei verstärkten sich und führten zu einer weiteren Betonung der floralen Rankenmuster, die dadurch noch mehr an Gewicht gegenüber dem Hauptmotiv gewannen. Die Einführung des Ringerike-Stils fällt mit der Christianisierung Skandinaviens und Islands zusammen. Es wird daher angenommen, dass dieser Stil unter Federführung der entstehenden christlichen Kirche verbreitet wurde. Als Beleg dafür können die Kirchenpaneele von Flatatunga in Island dienen, die vermutlich ursprünglich den Dom von Hólar, eines der beiden isländlischen Bistümer, schmückten. Die Paneelreste sind die ältesten erhaltenen Teile von Kirchendekorationen in Skandinavien.

Der Ringerike-Stil verwendet die gleichen Tierfiguren, wie der vorhergehende Mammen-Stil: Löwe (oder Großes Tier), Vogel und Schlange. Die Neuerungen des Ringerike-Stils bestehen dabei in den strafferen, klareren Konturen der Motive, die nun noch naturalistischer dargestellt werden. Der Ringerike-Stil legt auch wieder mehr Wert auf symmetrische Darstellungen, oft werden Rankenmotive an einer Achse gespiegelt angeordnet, so auf einigen Runensteinen. Die im Mammen-Stil erstmals auftretenden Blatt- und Rankenornamente werden im Ringerike-Stil sehr stark ausgebaut und geben ihm sein charakteristisches Aussehen. Die Rankenwerke sind typischerweise nach zwei verschiedenen Arten angeordnet: Einmal können sie aus Wechseln von breiten Lappen und schmalen Ranken bestehen. Im anderen Fall aus miteinander verflochtenen dünnen Ranken. Diese Gruppen schmaler Rankentriebe wurden aus der ottonischen Buchkunst übernommen, während der Wechsel von schmalblättrigen und breiten Ranken seine Vorbilder in der angelsächsischen Kunst hat. Die Ranken sind zumeist asymmetrisch außerhalb des Hauptmotivs platziert und dienen somit als Füllung freien Raums.
Die Funde von im Ringerike-Stil verzierten Gegenständen in England zeigen, dass der angelsächsische Raum durch die dänische Eroberung und Einbeziehung in das Reich Knuts des Großen wieder näher an den skandinavischen Kulturkreis rückte. Da die angelsächsische Buchmalerei traditionell Rankenmuster benutzte, ließ sie sich recht einfach mit dem Ringerike-Stil vereinen.Der Stein von St. Paul in London oder die Initiale in einem Manuskript aus Cambridge sind Beispiele für diese Synthese.

Auch in Irland wurde der Ringerike-Stil benutzt. Speziell bei Ausgrabungen in der Fishamble Street in Dublin fand man mehrere Beispiele einer speziellen Schnitzerschule. Bis zum späten 11. Jahrhundert gab es kaum sichtbare Einflüsse von wikingerzeitlichen Kunststilen in der irischen Kunst. Mit dem Ringerike-Stil jedoch wurden erstmals die traditionellen irischen Knotenmuster mit den Elementen wikingischer Ornamentik verknüpft. Dabei lag die Aufmerksamkeit der Dubliner Holzschnitzschule mehr auf kunstvollen Kreationen von Flechtband- und Schlaufenornamentik und weniger auf den floralen Ursprüngen der Ornamente des Ringerike-Stils. Neben den Funden von Dublin ist das Glockenreliqiar von Glankeen ein Beleg dafür, dass auch irische Werkstätten den Ringerike-Stil benutzten. Das die Glocke des heiligen Cuilean umhüllende Gehäuse ist aufwendig mit Nielloarbeiten sowie Kupfer- und Silberdrahteinlagen im Ringerike-Stil verziert.
Der Urnes-Stil ist die späteste Stilrichtung der Wikingerzeit. Erste Arbeiten im Urnes-Stil finden sich in der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts, als die Wikingerkunst noch stark vom vorausgehenden Ringerike-Stil beeinflusst war. Der Urnes-Stil blieb bis zum Beginn des 12. Jahrhunderts in Gebrauch. Kennzeichnend für den Stil sind feinlinige, ineinander verflochtene Tierdarstellungen.
Namensgebend für den Kunststil ist Urnes (manchmal auch Ornes), ein kleiner Ort am Ostufer des Lustrafjords, einem Seitenarm des Sognefjords in Norwegen. Der Ort ist vor allem sehenswert wegen der Stabkirche, deren Ursprung vor das Jahr 1100 zurückgeht und die als älteste Stabkirche Norwegens bezeichnet werden kann. Das erhaltene Gebäude stammt aus dem 12. und 13. Jahrhundert. Vor allem wegen ihres reich geschnitztes Nordportals, wurde sie 1979 in die Liste des UNESCO Weltkulturerbes aufgenommen. Sie vereinigt in sich Spuren keltischer Kunst mit Traditionen der Wikinger und Bauformen der Romanik.
Der Urnes-Stil findet sich gemeinsam mit dem Mammen-Stil und dem Ringerike-Stil unter anderem auch auf dem Teppich von Bayeux.
Zusammenfassung :
Osebergstil / Berdalstil - ca. 750 bis 840
Borrestil - ca. 835 bis 970
Jellingstil - ca. 880 bis 1000
Mammenstil - ca. 950 bis 1060
Der Ringerikstil ca. 980 bis 1080
Der Urnesstil - ca. 1035 bis 1150

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